Geschichte


 

 

100 Jahre Pescher Schule
1898-1998

Wir feierten 1998 den 100. Geburtstag der Pescher Schule, die ihren Standort zwischen Pescher Straße und Charlottenstraße hat. Genau genommen kamen wir 12 Jahre zu spät. Denn die Pescher Schule an der Pescher Straße wurde bereits am 20. September 1886 als achtklassige katholische Volksschule eröffnet. Da diese Schule schon sehr bald zu klein geworden war, baute die Stadt auf dem hinteren Teil des Pescher Schulgrundstückes an der Charlottenstraße einen Erweiterungsbau, der genauso aussah wie das Gebäude Pescher Straße und in dem der Schulbetrieb Ostern 1898 aufgenommen wurde. Und damit sind wir beim Jubiläum.

In alten Aufzeichnungen gibt es die Pescher Schule aber bereits früher, allerdings am Standort Fliethstraße, gegenüber der Straße "Am Kämpchen" (heutiges Telecomgelände). Diese Schule hatte den offiziellen Namen "Pescher Schule am Kämpchen" und öffnete am 17. April 1857 zunächst mit einer Klasse ihre Schultore. Somit muss der Bereich zwischen Lüpertzenderstraße und Fliethstraße damals zu Pesch gehört haben. Zum Namen Fliethstraße: Die Flieth war ein Bach, der sich im Bereich Rheydter Straße, Speicker Straße, Fliethstraße aus verschiedenen Quellen speiste und in den Gladbach floss. Dem Wasser wurde Heilkraft zugeschrieben. Es wurde - auch von Fremden - als Augenwasser geschätzt.

Wenn wir noch weiter zurück in alten Aufzeichnungen blättern, erfahren wir von einer Schule auf der Reyerhütter Straße. Dieses Schulgebäude muss etwa gegenüber der heutigen Reyerhütte gestanden haben und 1809 erbaut worden sein. Die Schule hatte nur eine Klasse und nahm Kinder aus Hardterbroich, Pesch, Eicken, Lüpertzend und Flieth auf. Weitere Pescher Schulgebäude:

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Kleine Entwicklungsgeschichte von Pesch

Um nachvollziehen zu können, weshalb es in er 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts zu dieser Vielzahl von Schulgebäuden in Pesch kam, sollte man einen Blick auf die Entwicklungsgeschichte der Stadt werfen.

Um 1850 war Mönchengladbach ein verträumtes Landstädtchen mit ungefähr 3000 Bürgern. Die Menschen lebten innerhalb der Stadtmauer. Außerhalb der Stadtmauer lagen - für unseren Bezirk - Wiesen und Felder, durch die Pfade führten und das Bruchgelände des heutigen Volksgartens. Vereinzelt fand man Bauernhöfe oder einzelne Fachwerkhäuser. Bereits um das Jahr 1860 zählte Mönchengladbach 13000 Einwohner. Das Industriezeitalter hatte begonnen. Arbeitsplätze entstanden und zogen Menschen nach Mönchengladbach.

So baute im Bereich Fliethstraße (Ecke Viktoriastraße ) 1852 Christian Lamberts eine erste moderne Fabrik mit Dampfmaschine, englischen Spinnmaschinen und englischen Webstühlen, eine Weißweberei. Gewebt wurden Baumwollwäschestoffe. Zu jener Zeit war man ein reicher Mann, wenn man 1000 Berliner Taler (Mönchengladbach gehörte zu Preußen) besaß. Damit konnte man eine Fabrik bauen. Ein Brötchen kostete übrigens 2 Pfennige, eine Mahlzeit mit jungem Hähnchen, Erbsen und Kartoffeln war auf der Kirmes für 30 Pfennige zu haben, eine Krug Bier kostete 13 Pfennige. Es war damals auch schon üblich, sich zur Kirmeszeit zu "verakerdeere", das heißt, eine Vereinbarung zu treffen, für zehn Silbergroschen so viel zu essen und zu trinken, wie man wollte, einschließlich freiem Tanz (modern gesehen: eine Art Pauschalarrangement). 1857 entstand an der Viktoriastraße eine weitere Fabrik, die erste Schwarzweberei in Gladbach. Gewebt wurden Oberstoffe aus Wolle. Von der Fliethstraße aus kam man geradewegs nach Pesch. Kein Bahndamm versperrte die Sicht auf das Wiesengelände. Die Erzbergerstraße, die früher Mühlenstraße hieß, gab es noch nicht, sie führte als Pfad durch das Gelände. Etwa dort, wo heute die Hosenfabrik Priess auf der Erzbergerstraße liegt, befand sich die kleine Handspinnerei von Horn, spöttisch auch "Et Höérke am Päasch" genannt, weil sie so klein war. An der Ecke Pescher Straße/Erzbergerstraße stand um 1850 ein altes verfallenes Höfchen von Brink. Es wurde später abgerissen und durch Häuser ersetzt. Sonst waren im Gebiet Pescher Straße noch keine Häuser, keine Fabrik, keine Kirche, keine Schule zu sehen. Wo heute die Autovermietung Europcar ist, war damals ein Mühlenteich, in den der Gladbach floss. Hier am Teich lag Kralls Mühle.

Die Familie Krall, der Enkel des Mühlenbesitzers, schenkte der Stadt Volksgartengelände, betrieb an der Erzbergerstraße eine Lohgerberei, eine Seifen- und Leimsiederei sowie eine Asphalt- und Dachpappenfabrik. Außerdem gab es im Gebiet Jenaer Straße verschiedene Stückfärbereien. Von Kralls Mühle an der Mühlenstraße (Erzbergerstraße) führte ein Weg durch Wiesen mit hohem Gras und Sträuchern nach Lürrip. Nach 1850 entstand an der Lürriper Straße, dort, wo heute das Arbeitsamt ist, eine große Stückfärberei Abraham Roeder. Sie hieß "Bei Roeder im Feld."

1853 entschlossen sich Gladbacher Fabrikanten zur Gründung der "Gladbacher Aktiengesellschaft für Spinnerei und Weberei", heute sind an der Stelle die Gewerblichen Schulen am Platz der Republik. Ein großes Problem damals war die Beschaffung von Arbeitskräften. So warb man in ganz Deutschland. Selbst aus England, Holland und der Schweiz strömten Arbeitskräfte herbei. Die meisten kamen allerdings aus dem Selfkantgebiet. Schon 1860 beschäftigte die Aktienspinnerei 1000 Arbeiter. Häuserzeilen schossen aus dem Boden hervor, für die Kinder mussten Schulen gebaut werden.

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Bau der Pescher Schule an der Pescher Straße

Die Pescher Schule am Kämpchen - ein Vorläufer der Pescher Schule sozusagen - hatte bereits 1882 je vier Klassen für Mädchen und Knaben und wurde trotzdem zu klein, infolge des Kinderreichtums der Familien und der Verschärfung der allgemeinen Schulpflicht.

Mit dem Bau der Pescher Schule an der Pescher Straße löst sich das Problem. Ab 1886 besuchten die Pescher Kinder, und zwar die Kinder östlich der Bahnlinie, nicht mehr die Schule am Kämpchen. 1885 war mit dem Bau der Pescher Schule an der Pescher Straße begonnen worden. Die Stadt hatte dazu ein 66,14 ar großes Grundstück an der Pescher Straße für 16.500 Mark erworben. Die Herstellungskosten beliefen sich einschließlich zweier Lehrerwohngebäude, Aborten und Inneneinrichtung des Schulgebäudes auf 78.540,52 Mark. Der Kostenvoranschlag lag übrigens bei 82.200 Mark.

Der erste Leiter der Pescher Schule war Rektor Hummelsheim, der bis zu diesem Zeitpunkt an der Rohrschule als Hauptlehrer tätig gewesen war. Er leitete die Schule bis zum Jahre 1921, als er in den Ruhestand ging. Wie respektvoll damals dem Rektor begegnet wurde, soll die Kopie eines Schreibens vom 08.12.1920 belegen, mit dem ein Herr Z. den Hochwohlgeborenen Rektor Hummelsheim um die Ausstellung eines vollkommenen Entlassungszeugnisses bittet, da alte Unterlagen in einem Pensionat in Holland verblieben seien.

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Erweiterungsbau Schultzenpfad

Bereits 1890, nur vier Jahre später, besuchten schon 687 Kinder die Schule, welche damit bereits räumlich zu klein geworden war. Es wurden Klassen in angemieteten Räumen Mühlenstraße und Kamperstraße Nr. 125 unterrichtet.

Am 12. Oktober 1896 beschloss deshalb die damalige Stadtverordnetenversammlung, die Pescher Schule durch einen Neubau zu vergrößern. Sie bewilligte den Bau eines achtklassigen Volksschulgebäudes am sogenannten Schultzenpfad (heute Charlottenstraße), einer neu ausgelegten und ausgebauten Verbindungsstraße zwischen Elisabeth- und Prinzenstraße. Der Name Schultzenpfad lebt übrigens heute im Sprachgebrauch ältere Pescher Bürger noch als "Schule Patt" fort. Gemeint ist damit der Verbindungsweg zwischen Prinzenstraße und Reyerhütter Straße, der auf das Real-Gelände führt. Auf dem Real-Gelände stand früher die Färberei "Schultze & Ruscher". Daher wohl der Name Schultzenpfad. Ein Baugrundstück brauchte nicht gekauft zu werden. Es war als Hinterland der Pescher Schule vorhanden.
Die Baukosten für das neue Schulgebäude wurden einschließlich zweier Lehrerwohngebäude und Aborten mit 83.725 Mark veranschlagt, für die Inneneinrichtung der Schule wurden 10.750 Mark bewilligt. Somit dürfte der gesamte Schulkomplex ungefähr 189.515 Mark gekostet haben. 
Mit der Erweiterung der Pescher Schule durch das Gebäude Schultzenpfad (Charlottenstraße) verfügte die Schule nun über 16 Klassenräume. Ältere Pescher Bürger meinen sich noch erinnern zu können, dass die Knaben im Gebäude Schultzenpfad, die Mädchen im Gebäude Pescher Straße unterrichtet worden sind.

In den Jahren 1903 und 1904 wurde das Gebäude Pescher Straße durch einen Erweiterungsbau, der sechs Klassenräume schuf, noch einmal vergrößert. Der gesamt Schulkomplex verfügte damit über 22 Klassenräume. Im Dachgeschoss beider Gebäude waren Schuldienerwohnungen.

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Evangelische  und katholische Volksschule

Am 11. April 1904 wurde infolge Änderung der Schulsysteme aus dem Gebäude der Pescher Schule an der Charlottenstraße die evangelische Volksschule an der Charlottenstraße. Die beiden vierklassigen evangelischen Volksschulen an der Mühlenstraße (Erzbergerstraße) und Quirinstraße wurden aufgelöst und als siebenklassige Schule im Gebäude Charlottenstraße untergebracht. Der überzählige achte Klassenraum wurde als Turnraum mit Schaukelringen, einem Barren, einem Bock und einer Sprungmatte eingerichtet. Die Schule blieb siebenklassig bis zum Herbst 1920. Zwischen den Jahren 1920-1926 sank die Schülerzahl, so dass die Schule zeitweilig nur fünfklassig war.

Am 01. Juni 1926 wurde die Charlottenstraße infolge einer Neuordnung der evangelischen Schulsysteme wieder siebenklassig. Der Turnraum musste 1925 aufgegeben werden, weil er für die Einrichtung des Schulkindergartens gebraucht wurde.
Die Abortanlage wurde 1925 an das städtische Kanalnetz angeschlossen.

Als die Schule an der Charlottenstraße evangelische Schule wurde, riss man die Mauer, die 1897/98 beim Bau der Charlottenschule zur Pescher Schule hin errichtet worden war, nieder und errichtete stattdessen ein eisernes Gitter von geringer Höhe mit zwei Törchen. Der Schulhof der Pescher Schule war zwischen beiden Gebäudeteilen vergrößert worden. Es war nicht üblich, dass Kinder der Pescher Schule den Schulhof oder die Abortanlagen der Charlottenschule nutzten oder umgekehrt. Es wird erzählt, dass Kinder der Pescher Schule, die in der Charlottenstraße wohnten, den Umweg über Prinzenstraße oder Elisabethstraße machten und nicht einfach über den Schulhof der Charlottenschule gingen. Es hatte aber nichts mit den beiden Konfessionen zu tun.

Die katholische Volksschule Pescher Straße wurde durch den Anbau 1904 14-klassig. Es wurden sieben Knaben- und sieben Mädchenklassen gebildet. Auch an dieser Schule sanken in den Jahren nach 1920 die Schülerzahlen. So konnten Ostern 1923 nur 13 Klassen gebildet werden, Ostern 1924 sogar nur 12 Klassen. Wegen der geringeren Aufnahme von Schülern mussten nun auch einige gemischte Klassen gebildet werden.
Ab dem 01. April 1921 war Rektor Paffen Schulleiter.

Liest man in den Konferenzberichten seiner Amtszeit, die bis November 1946 dauerte, dann fallen seine in der Tat nicht nachlassenden Bemühungen um die äußere Schulordnung auf. Erklären lassen sich diese verstärkten Anstrengungen mit der Tatsache, dass viele Kinder nicht gegen Unfall versichert waren. (Heute sind alle Kinder automatisch im Gemeinde-Unfallversicherungsverband versichert). 

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Schulordnung ab 14. Januar 1933 - Auszüge-

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Auch liest man in den Konferenzberichten der Pescher Schule aus den Jahren 1921 - 1926 folgende Kuriosa:

Auch Rauchen war damals ein Thema:

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Das Schulleben im Einflussbereich des Nationalsozialismus

Mit dem Erstarken des Nationalsozialismus gingen in Pesch und in der Pescher Schule grundlegende Veränderungen einher. So mussten schon Mitte der dreißiger Jahre kirchliche Vereine um ihr Überleben bangen und wurden mit der Machtübernahme gänzlich verboten.

Im schulischen Bereich wurde den Priestern die religiöse Unterweisung der Kinder versagt. Daher konnte Religionsunterricht nur noch nachmittags erteilt werden. Kreuze waren in den Klassen verboten. Es gab auch keine konfessionellen Schulen mehr, sondern alle Kinder wurden miteinander in der "Deutschen Volksschule" unterrichtet. In den Schulen wurden Vertrauenspersonen der Partei eingesetzt, die auf die Umsetzung des neuen Gedankengutes achten.
Aus dieser Zeit sind keine Unterlagen von den Pescher Schulen mehr vorhanden. Da der Ortsteil Pesch zu einem erheblichen Teil durch Bomben und Brand zerstört wurde, könnte hier der eine Grund liegen. Ein anderer Grund wäre die Vernichtung der Unterlagen im Zuge der "Entnazifierzung".

Mit dem Ende des Polenfeldzuges wurden viele Soldaten ins Rheinland verlegt.

Schulen und Turnhallen dienten dem Militär als Unterkunft. Der Unterricht für die Pescher Kinder fand zunächst in der Hardterbroicher Schule statt. Später in der Alleeschule. Die Kinder wurden in Schichten vormittags und nachmittags unterrichtet. Die Unterrichtszeit wechselte wöchentlich.
Während des 2. Weltkrieges war das Gebäude der Pescher Schule von der Wehrmacht beschlagnahmt worden. Die Schüler wurden gastweise in der Alleestraße, dann in der Schulstraße und zuletzt in der Rohrstraße untergebracht.

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Schulleben damals aus Schülersicht

Ostern 1930 wurde ich in die evangelische Volksschule (Charlottenstraße) eingeschult. Unser Rektor hieß Herr Hamann und unsere Lehrerin Fräulein Fries. Alle Kinder kamen zu Fuß, auch die, die einen weiten Schulweg hatten. Manche kamen sogar von der Lürriper Straße und Zeppelinstraße und aus Hardterbroich.
Zum Unterrichtsbeginn stellten wir uns in Zweierreihen auf dem Hof auf und gingen geschlossen ins Klassenzimmer. Hier nahmen wir unseren Platz.

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Zerstörung und Nachkriegsjahre

Im Sommer 1914 fiel das Schulgebäude einem Bombenangriff zum Opfer. Das Vordergebäude brannte völlig aus, der hintere Anbau mit den sechs Klassenräumen blieb vom Brand verschont. Dieses Gebäude ist heute noch erhalten. Statt der früheren sechs Klassenräume hat es heute noch drei, aus den anderen drei wurden im Laufe der Zeit das Büro, das Rektorzimmer und die Schülerbibliothek. Nach dem Zusammenbruch 1945 wurde der stehengebliebene Anbau durch Ausplünderung für schulische Zwecke unbrauchbar. Türen, Fenster und das gesamte Inventar wurden entwendet, selbst die Pfannen vom Dach verschwanden. Keine Behörde schritt ein.

Als im September 1945 mit Genehmigung der Militärregierung der Schulunterricht wieder aufgenommen werden konnte, wurde die Schule Pescher Straße mit der Rohrstraße vereinigt und im Schulgebäude Zeppelinstraße untergebracht.

Ab Schuljahr 1947/48 wurde Rektor Dittrich mit der Leitung der Schule beauftragt. Die Schülerzahl betrug 265 Kinder, davon 5 evangelisch! Es wurde in 6 Klassen unterrichtet.

Klasse 1: 1 Schuljahr
Klasse 2: 2. Schuljahr
Klasse 3: 3. - 5. Schuljahr
Klasse 4: 3.-- 5. Schuljahr
Klasse 5: 6. - 8. Schuljahr
Klasse 6: 6. - 8. Schuljahr
 

In seinen Aufzeichnungen weist Rektor Dittrich auf den unhaltbaren Zustand hin, der sich für manche Kinder durch den weiten Schulweg bis zur Zeppelinstraße ergab. Denn die Kinder aus dem Pfarrbezirk Pesch, die früher zur Schulstraße oder Franz-Wamich-Schule gingen, mussten nun auch zur Zeppelinschule und das bei dem schlechten Ernährungszustand der Kinder, mangelhaftem Schuhwerk oder Bekleidung.
Durch vereinte Bemühungen der Eltern- und Lehrerschaft, sowie des Herrn Pfarrer Welsch von der Herz-Jesu-Pfarre, gelang es ab Mai 1947, die Pescher Schule gastweise in der Knabenmittelschule am Platz der Republik unterzubringen. Rektor dieser Schule war übrigens Herr Paffen geworden, der ehemalige Rektor der Pescher Schule. Der Unterricht wurde im Schichtwechsel erteilt.

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Schulgebäude an der Charlottenstraße

Von dem Gebäude an der Charlottenstraße, der evangelischen Volksschule, sind keine Aufzeichnungen verfügbar. Auch diese Schule war im 2. Weltkrieg zerstört worden. Sie brannte völlig aus, nur die Mauern blieben erhalten. Sie muss aber ebenfalls 1949 wiederhergestellt worden sein, da Herr Dittrich berichtet, dass seit Oktober 1950 die Heizung der Pescher Schule einwandfrei von der Charlottenschule bedient wurde.

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Raumnot trotz Schulerweiterung

Mit der Wiederherstellung des stehengebliebenen Gebäudeteils der Pescher Schule war die Raumnot indes nicht gebannt. Immer wieder machten Elternvertreter bei der Stadt Eingaben, den stehengebliebenen Treppenteil seitlich um Klassenräume zu vergrößern. Aber es geschah nichts. 1956 verwies die Rheinische Post auf die Schulverhältnisse.

In den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg und noch bis weit in die Fünfziger Jahre hinein gab es für unsere Vorstellung "Riesenklassen". In Räumen, die auch nicht größer waren, als die unserer Schule heute, saßen die Pescher Kinder eingezwängt wie in einer "Sardinendose". Man versuche heute einmal 50 Kinder in einem Klassenraum einen ganzen Morgen lang zu unterrichten!
Allein diese Vorstellung ruft bei mir ein unwohles Gefühl in der Magengegend hervor. Trotzdem war es in Pesch an der Tagesordnung. Und das Erstaunliche dabei war: Alle Kinder haben etwas gelernt!
Eine Lehrerin berichtet, dass die Kinder in der damaligen Zeit viel leichter zu begeistern waren. Keines war übersättigt mit Spielzeug und Fernsehen. Außerdem wurde die strenge Erziehung der Eltern an die Kinder weitergegeben.

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Neuordnung der Volksschulen in Grund- und Hauptschulen

Mit der Neuordnung der Volksschulen in Grund- und Hauptschulen begann im Jahre 1968 erneut eine Änderung in der Nutzung der Pescher Schule.

Die katholischen Kinder der 1. - 4. Schuljahre zogen in das Gebäude an der Alleestraße ein. Die Schule hieß fortan Katholische Grundschule Pesch, Alleestraße. Erster Schulleiter war Herr Karbenn. Die Kinder der evangelischen Charlottenschule wurden der neuen Gemeinschaftsgrundschule Pesch, Schulstraße zugeordnet. Erster Rektor dort war Herr Rauhe.

In die Gebäude der Charlottenschule und der Pescher Schule, die durch einen neugebauten Trakt mit Toiletten im Erdgeschoss (Fertigstellung 1959/60) und Klassenräumen im 1. Stock verbunden wurden, zog die neu entstandene Gemeinschaftshauptschule Pesch ein. Sie sollte dort bis zum Jahr 1989 bleiben.

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Die Hauptschule Pesch

Die Klassen 5 - 10 , d.h. 476 Kinder in 14 Klassen von 16 Lehrkräften unterrichtet, waren der Beginn der Gemeinschaftshauptschule Pesch unter Leitung von Herrn Viergutz.

Die Schule litt bei dieser Größe von Anfang an unter Raumnot, was sich darin auswirkte, dass besonders der Mangel an Fachunterrichtsräumen ein großes Hindernis darstellte. Es fehlten Unterrichts- und Materialräume in den Fächern Physik, Musik, Hauswirtschaft und Sport. In den beiden letztgenannten Fächern war es möglich Fachräume in der Rohrstraße zu benutzen.

 

1989 zog die Hauptschule in das Gebäude der Grundschule Heinrich Lersch auf der Rohrstraße.

Sie heißt heute "Hauptschule Heinrich Lersch."

Die Grundschule Heinrich Lersch ( Rektor Klug) wurde mit der Kath.Grundschule Pesch ( Rektorin Jülicher)  Alleestraße zusammengelegt. 

Die Leitung behielt Rektorin Monika Jülicher  

Fortan heißt diese gemeinsame Schule "Gemeinschaftsgrundschule Pesch". ( Fortsetzung :Siehe Gegenwart)

Die historischen Angaben verdanken wir überwiegend Herrn Heinz Kreuzberg +,der als ehemaliger Pescher Schüler eine Chronik über Pesch schrieb und den Erlös aus dem Verkauf unserer Schule zur Verfügung stellte.

 

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